Dienstag, 22. Dezember 2009

Jahresrückblick (II): Schöne Momente 2009
















24. Mai 2009: An der BEA Pferd, der Olma von Bundesbern, gab es allerlei zu sehen. Besonders gefallen hat mir ausser des liebevoll gestalteten Zuchtverein-Stands (Bild) ein Schild mit der Aufschrift «Morgan Horses – do it all, do it well».


video

9. September 2009: Wir mussten lange anstehen vor der Sesselbahn auf den Weissenstein. Darum war es sehr lustig, die noch Wartenden auszulachen. Eine Nostalgiefahrt auf der alten Klapperbahn, die in Friede ruhen möge.

Jahresrückblick (I)

So sähe meine selbstzusammengestiefelte Band des Jahres aus:


Ruedi Merz (Verhandelorgel)

Carl Hirschmann (Querflöte)

Lukas Reimann (Arschgeige)

Finn (Bäriton)


Ersatzbank:

Hakan Yakin (Bass in die Tiefe)

Dienstag, 1. Dezember 2009

Nach der Initiative (II)

Kauft nicht beim Schweizer!

Nachdem ich mit dem Abstimmungsresultat etwas unzufrieden war, dachte ich: was nun? Demonstrieren? Zu schlechtes Wetter. Nichts tun? Dafür bin ich auch zu faul.
Dann las ich die ersten Boykott-Aufrufe aus Weitweggistan und beschloss, da mitzumachen. Wenige Minuten später stand ich in der Migros und musste einsehen: wird schwierig. Überall Schweizer Produkte. Die geilsten Boskoop-Äpfel: Schweizer! Käse-Fondue: aus der Schweiz! Nur das Kassenpersonal kam nicht aus der Schweiz. Aber das konnte und wollte ich nicht kaufen.

Was kann ich mehr tun als jene zum Boykott aufzufordern, die die Wahl haben:
- Mitfühlende Gauner! Legt euer unversteuertes Geld nicht in der Schweiz an!
- Gspürige Kriegsdamen und -herren! Kauft eure Waffen woanders!

Montag, 30. November 2009

Nach der Initiative ist vor der Initiative (I)

Nach diesem deutlichen Abstimmungsresultat von gestern Sonntag droht uns allerlei, z.B.:

- Volksinitiative zum Verbot von Burkas (Jetzt, wo wir schon in Fahrt sind),
- Verbot von Bärten an Muslimenwangen (Bin-Laden-Symbolik!),
- Obligatorischer Schwimmunterricht mit Obertaucher Ulrich Schlüer (mit ebenso obligatorischem rechtem Flügeli)
- lustiges Koranverbrennen mit Lukas Reimann (Warum denn eigentlich nicht?)


Beim Bart des Propheten! Was Lukas Reimann "Ängste des Volkes ernst nehmen" nennt, bezeichnen andere als "Schüren von Fremdenhass", dritte finden: "Tja.". (Bild: parlament.jesus.ch)

Sonntag, 5. Oktober 2008

I like (I).


Geilo, oder?

Dienstag, 30. September 2008

Ulrich Schlüer vs. Silvia Blocher.

Silvia Blocher hat es nicht leicht: Da hat sie sich schon leidenschaftlich als Erziehungsexpertin zu profilieren begonnen, und nun schnappt ihr Ulrich Schlüer den Schulmeister-Job weg. Er fordert mehr Strenge und weniger Therapeuten. Womöglich, weil erstere das einzig wahre Mittel ist, für die marode Armee fähigen Nachwuchs zu rekrutieren. Und weil letztere eh SP wählen.

Wer jetzt meint, der abgewählte Schweizerzeitbomber «Brownie» Schlüer dürfe bei diesem SVP-Rettungsthema ran, weil er selbst eines Rettungsrings für seine Politkarriere bedarf: irrt. Die eigentliche Favoritin Silvia Blocher ist verhindert, da anderweitig beschäftigt: Mit ihrem Problemkind, das ihr dauernd zuhause auf die Pelle rückt, seit es von seinen Gspänli aus seiner Kleinklasse gewählt wurde, weil es ständig dreingeschwatz hatte, den Dreikönigskuchen immer alleine gegessen und die anderen wüst beschimpft hatte.


Doktor Schlüer, ein halbgott in Weiss, wenn es um Bildung geht.
(Bild: www.schluer.ch)

Dienstag, 23. September 2008

Das Revival


Bambi kehrt zurück. Ab in die Beize, ihr süssen Rehe, sagt der Freund des guten Pfeffers.

Neben dem Wiederauftauen dieses Blogs auf die kalten Tage hin gibt es weitere wichtige Revivals des Jahres zu feiern:

  • Revival des Jahres feiert der Herbst: Bereits zum 413. Mal seit der einstweiligen Auflösung der Jahreszeiten im Jahr 1595 färbt sich das Blattwerk und fröstelt der Arsch. Die Saison der gebeizten Rehe ist da und auch warme Käsegerichte feiern ihre Auferstehung nach dem Sommerschlaf.
  • Das Mondlandungsrevival: Wie alle fünf Jahre wird auch nächstes Jahr wieder der ersten Mondlandung gedacht. Bereits am 3. Januar dürften wir einer medialen Überfütterung wegen das Thema als aufgebläht und furzlangweilig wahrnehmen. Darum hat die Uni Bern vorgesorgt und ihre interdisziplinäre Mondhistorienvorlesung bereits jetzt gestartet – und die «Vorlesungsreihe Weltraum» vom Collegium wird bereits vor Weihnachten abgeschlossen sein.
  • Die schöne Exilkandierin Wendy McNeill mit der Handorgel ist schon im Frühjahr in Zürich und Bern aufgetreten und beehrt am Donnerstag, 26. September das Akkordeonfestival Zug. Auch wenn wir objektiv gesehen nicht sehr lange auf ihr Comeback warten mussten: echte Fans haben diesen Moment seit dem letzten Ton ihres Konzertes am 18. Mai im El Lokal herbeigesehnt. Sehnlichst. Wer das Konzert verpasst, ist doof oder hat etwas besseres vor.

Mittwoch, 14. Mai 2008

Jahresrückblick (6): Auch die Zeit vergeht.

12.5.08: Nun ist die Super League also endlich international. Dank dem FC Vaduz. Noch viel internationaler ist aber der Trainer der Vaduzianer: Heinz Hermann. Die meisten Dinge sind regional, national oder international, er hingegen hat den Begriff «rekordinternational» geprägt wie kein zweiter. Was ja nur logisch ist, denn Rekord ist Rekord. 117-Mal hat er für die Nationalmannschaft gespielt. Was das Erschreckende an Hermann ist: Er ist dieses Jahr 50 geworden. Ich fand, als ich dies im Tages-Anzeiger las: Oh Schreck! Ein Spieler, den ich damals selbst noch im Stadion habe Fussball spielen sehen, ist 50 geworden. Tja, die Zeit. Ich war damals ein Drittel so alt wie er, als er in der Spätphase der frühen 90er-Jahre im Mittelfeld des eben Meister gewordenen FC Aarau die Haare wehen liess. Jetzt ist er fast doppelt so alt. Ich bin schockiert und fühle mich gerade irgendwie altersmässig fortgeschritten.


Heinz Hermann war schon immer vintage.

Freitag, 18. April 2008

Brief an (5): Kapo Zürich

Deine Kunstraubabteilung, liebe Kapo Zürich, ist ja bald so gross wie das Drogendezernat in den 90ern. Aber die Dealer vom Letten sind halt auch erwachsen geworden und darum jetzt im Gentlemen-Business Kunstraub tätig. Falls eure Ermittlungen ins Stocken geraten, könnt ihr ja mal bei der Elektropopband Saalschutz vorbeischauen. Die haben was zum Thema. Stoff vom Feinsten.

«Ich fragte sie, kennst du dich bei Kunst aus
Dann gestand ich ihr, ich plane einen Kunstraub
Ich sagte ihr, ich frage dich
Welche Kunst ich rauben soll und welche Kunst nicht
Ich fragte sie, stimmt es, dass du was von Kunst weißt
Sie sagte mir:
Ich bewege mich im entsprechenden Dunstkreis»


Kunstraub: Ein Business für geschmäcklerische Verbrecher, die mit dem Trend gehen. Die «Kahlen Kastanienbäume im Tessin» (Bild) sollten im Kunstmuseum Bern hängen - sind sie in Herrliberg?


Sie haben das Hodler-Bild wohl nicht. Und trotzdem «profitiert» Saalschutz «von dem Hype». (Der ist für Kenner, für Insider, für diejenigen, die wissen: Das ist die Hookline von «Das Lied mit den Suggestivfragen».)

Donnerstag, 17. April 2008

WoZ up: UBS-Übernahme!

Die WoZ will die UBS übernehmen - mit einem bestechend einfachen Konzept. Dafür hat sich WoZ-Redaktor Ruedi Widmer zum womöglich ersten Mal überhaupt eine Krawatte umgebunden und ein unpassend bekragtes Hemd montiert.  WoZ-Abos mit Aktie gibts hier.

Dienstag, 15. April 2008

Bär: JJ3 ist – tot.

Vom Problembären zum Risikobären – das Bärenkonzept Schweiz sah für diese Karriere den Abschuss vor. Die Engadiner sind nun ihre Hauptattraktion los, JJ3, den sie auch schon in den Bärengraben abschieben wollten. Illegal eingewandert, hat er gemacht, was sein Todesurteil bedeutet hat: gefressen. Tiere. Fleisch. Bündner Fleisch. Wenn man bedenkt, dass jedes Kilo Fleisch im Kanton Graubünden mit geschätzten 12 Millionen Franken subventioniert ist, erscheint der durch JJ3 angerichtete Schaden natürlich umso beträchtlicher. Widmer-Schlumpf hofft, dass diese verschärfte Migrationspraxis weitere Bären vom Gang über die grüne Grenze abhält.


Sie wollten ihn in die Magersucht treiben - das liess er sich JJ3 nicht gefallen und frass Fleisch. Bündner Fleisch. Das kostete die Schweiz Milliarden und ihn den Kopf.  
(Bild: Merci zisch.ch)

Montag, 14. April 2008

Fragen über Fragen (1)

Die Beziehung von Jesus zu seinem Vater

Vielgestaltig sind die Fragen zur Vater-Sohn-Beziehung causa Gott-Jesus, auf die weder die Bibel eingeht, noch sonstwer, zurecht.
Wie konnte sich Jesus gegen seinen (scheinbar?) übermächtigen Vater abgrenzen? Ist er sein Leben lang (bis 33?) in der Pubertät stecken geblieben, weil er gegen Vater kein Brot hatte – und es dennoch brach? Machte Jesus aus dem Wasser Weissen oder Roten? Hat Vater seine Berufswahl Kelterer je akzeptiert? Kelterer oder Wermerer, Federer oder Bruderer, Coop oder Migros – waren solche Fragen je Konfliktpunkte zwischen Jesus und seinem Vater, den er liebevoll «Diddy» nannte – wenn er ihn überhaupt sah?
Stand Jesus vor der Frage: Gibt es meinen Vater überhaupt? Glaubte er an seinen Vater? Hatte Jesus gar einen Vaterkomplex? Nahm er sich darum immer viel jüngere Frauen und Männer und hat damit das Pädophilie-Problem der katholischen Kirche «eingeweiht»? Das muss man sich doch mal fragen. Und auch dies: War Gott ein guter Vater oder nie zuhause und doch überall? War Gott nicht zu alt, um noch einen Sohn zu zeugen? Und, brisant: Hat Gott jemals einen Vaterschaftstest gemacht?


Gott – intelligibel oder einfach nur ein schlechter Vater?

Samstag, 12. April 2008

Jahresrückblick (5)

12. April 08: Auf dem Bundesplatz demonstrierten (zehn-)tausend(-e) gegen die politische Kultur der SVP («Der Bund») resp. für Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf (Tagi). Letztere war überwältigt von der «grossen Sympathiewelle, die ihr entgegen schlug» (AZ), zumal es bis anhin vielmehr die zwilchhemdsärmligen SVP-Fäuste gewesen waren, die schlugen, und zwar auf den Stammtisch, der kleinsten Zelle der anticlasspoliticalischen Kafifertig-Kultur.
«Der Bund» war auch auf dem Bundesplatz und hat genau beobachtet, «dass mehrheitlich Frauen und ältere Menschen, aber auch auffallend viele Männer» dem Regenwetter trotzten. Anders gesagt: Dafür, dass es grossmehrheitlich Frauen waren, die demonstrierten, hatte es extrem viele Männer. Und darüber hinaus keinem Geschlecht zugeordnete Alte. Nennt man das nun «regendered Demonstrationskultur» oder so ähnlich?
Der Redner war Christophe «möchteauchgerne» Darbellay von der CVP, die Rednerinnen waren Grüne. Die Demonstrantinnen (davon viele Männer und sowie Alte) aus dem Mittelinks-Lager lauschten den Solidaritätsbekundungen und schrien tausendkehlig «Eveline! Eveline!» während ebendiese im Bundesmedienhaus die Verschärfung des Asylgesetzes ihres verweichlichten Vorgängers bekanntgab.


Nach 100 Amtstagen schwappte Eveline Widmer-Schlumpf eine grosse Welle der Sympathie (rechts) entgegen.

Mittwoch, 2. April 2008

Nicht mit Lebensmitteln spielen (ist doof)

Der achtjährige Junge und das neunjährige Mädchen, die in Winterthur eine Bäckerei verwüstet haben, sind ganz ganz böse Kinder, don't try this at home, sowas darf man nicht machen, soviel einmal vorweg. Aber: Wenn einen schon einmal die Zerstörungswut so richtig packt, gibt es sicher keinen besseren Ort als eine Bäckerei, um mächtig auf den Putz zu hauen, z.B. Eier: «Nur schon hundert Eier zum Teil an die Decke der Backstube zu werfen, übersteigt doch deren Kräfte», zweifelt die Bäckersfrau die krimielle Energie der Kids an. Doch was wäre eine Bäckereienschlacht ohne den obligaten Mehlbombeneinsatz? «Vor dem Lager, wo Dutzende 25-Kilo-Säcke aufgeschlitzt waren, sei man knöcheltief durchs weisse Pulver gewatet», schreibt der Tagi heute. Wenn das nicht von einer missratenen (weil antiautoritären) Erziehung zeugt! Da wird mir Silvia B. mit sorgenvollem Blick zustimmen.

Aber Mehl kann auch ins Auge gehen (tut weh) oder explodieren, und zwar so:


Vielleicht wär das was für die beiden Kinder: Die Pyrotechnikerschule. «Praktische Prüfung, '80 kg Mehlbombe, Durchmesser 30 m'»

Brief an (4): Silvia Blocher

Schön, liebe Ex-Bundesratsgattin Silvia, dass du nun auch für den Tages-Anzeiger schreiben darfst. Und zwar über die üblen «Folgen der antiautoritären Erziehung». Wunderschön zeigst du das Kernproblem des «Laisser-faire, Laisser-aller» auf:

«Dabei wird vergessen, dass die Last der Entscheidung einfach auf das Kind überwälzt wird, welches dadurch oft überfordert und in dieser Überforderung zwänglerisch und launisch wird. Es wird ihm zur Gewohnheit, alles zu wollen, alles zu fordern und alles zu bekommen. Sein Wollen wird zum Massstab aller Dinge.»

Und irgendwie habe ich das Gefühl, Liebe Silvia, dass du mit diesem eben beschriebenen antiautoritär erzogenen Problemkind seit genau 40 Jahren verheiratet bist. Herzlichen Glückwunsch. Auch dem Tagi für seine kompetente Analysetexterin.


War er in der Steinerschule? Christoph Blocher (rechts) mit Gattin und Wutpackerin Silvia (vermutlich noch rechter)