12. April 08: Auf dem Bundesplatz demonstrierten (zehn-)tausend(-e) gegen die politische Kultur der SVP («Der Bund») resp. für Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf (Tagi). Letztere war überwältigt von der «grossen Sympathiewelle, die ihr entgegen schlug» (AZ), zumal es bis anhin vielmehr die zwilchhemdsärmligen SVP-Fäuste gewesen waren, die schlugen, und zwar auf den Stammtisch, der kleinsten Zelle der anticlasspoliticalischen Kafifertig-Kultur.
«Der Bund» war auch auf dem Bundesplatz und hat genau beobachtet, «dass mehrheitlich Frauen und ältere Menschen, aber auch auffallend viele Männer» dem Regenwetter trotzten. Anders gesagt: Dafür, dass es grossmehrheitlich Frauen waren, die demonstrierten, hatte es extrem viele Männer. Und darüber hinaus keinem Geschlecht zugeordnete Alte. Nennt man das nun «regendered Demonstrationskultur» oder so ähnlich?
Der Redner war Christophe «möchteauchgerne» Darbellay von der CVP, die Rednerinnen waren Grüne. Die Demonstrantinnen (davon viele Männer und sowie Alte) aus dem Mittelinks-Lager lauschten den Solidaritätsbekundungen und schrien tausendkehlig «Eveline! Eveline!» während ebendiese im Bundesmedienhaus die Verschärfung des Asylgesetzes ihres verweichlichten Vorgängers bekanntgab.
Nach 100 Amtstagen schwappte Eveline Widmer-Schlumpf eine grosse Welle der Sympathie (rechts) entgegen.